Gesellschaftlicher Faktor Privatverlag
Das Modell des Privatverlages hat neben der Unterstützung des Autors auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Es ermöglicht, aktives Schreiben zu stärken, so dass Mitglieder unserer Gesellschaft nicht nur konsumieren, sondern aktiv am kulturellen Geschehen teilhaben können. Das trägt zur kulturellen Identifikation ganz wesentlich bei. Der Schreibvorgang wirkt über das literarische Schreiben hinaus und setzt z. B. beim autobiografischen Schreiben von Zeitzeugen und beim Heilen durch Schreiben besondere Kräfte frei. – So entstehen Breite in der kulturellen Entwicklung und zudem Vielfalt.
Kultur entsteht in vielen Köpfen und muss dies auch. Sie bedarf der Unterstützung, der vielfältigen Ermutigung, des engagierten vorurteilslosen Tuns. Etwa wie – um einen Vergleich aus zwei völlig anderen Bereichen heranzuziehen – beim Breitensport und der großen qualitätsvollen Szene der engagierten Laienmusiker. Das Modell des Privatverlags als bewusstes Gegenmodell zum Programmverlag ermöglicht dies und macht ihn damit zu einem „Bürgerverlag“.
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