Vom Ursprung der Stille
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Gefäße der Freude und Abdruck der Gefühle sind Worte, die gleichsam als Schaufenster der Seele dargereicht werden – dem, der sehen, hören und verstehen kann. Nicht nur hinsehen, erschauen muß, wer die Welt und ihre Schönheit begreifen will. Als ihr der Liebste genommen wird, gibt sich die Dichterin vertrauensvoll in die Hände des dunklen Engels Trost, der ihre Leiden sänftigt. Sie geht in den Abschied wie in eine Kathedrale, in der außerhalb der Zeit kostbare Erinnerungen bewahrt sind. Gefestigt erfüllt sie sodann ihre Aufgabe: Leben. Für die Dichterin ist die von vielen gefürchtete Stille ein Werkstoff, der gestaltet werden kann. Beherzt setzt sie sich mit der unbeugsamen Zeit auseinander, die dem federnden Schritt das Leichte und dem Blick die Genauigkeit nimmt, die sich weder verlängern noch kürzen läßt. Doch auch ihre strenge Herrschaft muß dem Meer der Unendlichkeit weichen. Seine Wellen bedecken mit Vergessen, was nie Dauer hatte.
Christel Hanslik:
Vom Ursprung der Stille
Lyrische Lebens-Zeichen
Reihe: Lyrik
176 Seiten, Taschenbuch (Paperback)
EUR 8,80 · ISBN 978-3-8280-2624-7
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