Gedicht des Monats August:
Fritz Köhler:
Hitzefreuden
Bei dieser Schwüle bin ich fast zerflossen,
An meinem Rücken klebt das Baumwollhemd.
Ich schaue in den Spiegel, recht verdrossen:
Die aufgeschwemmte Fresse ist mir fremd.
Der Schweiß läuft von der Stirn herab in Bächen,
Der Kragen saugt sich voll, so wie ein Schwamm,
Und auch die Hose hat schon feuchte Flächen
Sogar im Schrittbereich fühl’ ich mich klamm.
Zwar surrt konstant ein riesiger Propeller
An meiner Decke und verteilt den Mief,
Sagt man auch zu ihm immer wieder: schneller!
Die Kühlung fehlt, sein Werk bleibt negativ.
Schon morgens früh zieht man die Fensterläden
So dicht wie möglich und ganz tief herab,
Doch durch die Ritzen spinnt die Sonne Fäden,
Auch diese wärmen, und sie machen schlapp.
Man freut sich täglich auf den Feierabend,
Warum dies so ist, weiß ich leider nicht,
Die Heimfahrt ist genauso heiß, nicht labend,
Zu Haus’ beginnt die nächste Hitzeschicht.
Im Frieling-Verlag erschienen bereits 28 Bücher von Fritz Köhler.
