Gedicht des Monats Juni

01.06.2010

„Die Musen“ von Helmut Beckmann

 

Die Musen

von Helmut Beckmann

 

Die Musen haben oft Launen
Und spielen manchmal verrückt;
Dann plötzlich hörst du sie raunen
Und wirst von ihnen beglückt.

Du schaukelst auf ihren Knien
Und spürst ihren zärtlichen Kuss.
Du weißt jetzt, daß ohne Bemühen
Dir vieles gelingen muss.

Die Musen flüstern und flüstern,
Und manches ist gar nicht fein,
Sie flößen dir, dreist und lüstern,
Unschickliche Dinge ein.

Doch laß von den Musen dich lenken:
Sie wissen stets, was sie tun.
Du sollst, was immer sie schenken,
In ihrer Umarmung ruhn.

 


Entnommen aus:

Reihe: Anthologien
256 Seiten, Hardcover mit Klebebindung
EUR 12,00 · ISBN 978-3-8280-2825-8