Gedicht des Monats September

31.08.2009

Walter Stübinger:

Sommerwind bleibt stehen

 

als ich im Garten

unter dem

Zwetschgenbaum lag

flog er leise rauschend hinzu

der Sommerwind

und blieb stehn

das ist selten

denn stets hat er’s eilig

sein Weg ist lang über

Berge, Meere und Länder

deren Namen dir oft

nicht bekannt.

Er grüßte mich freundlich

und fragte nach meinem Befinden

hörend meine Geschichte

kühlte sein Atem

Gesicht mir und Wunde

„im nächsten August

da komme ich wieder

und du hast alles

vergessen“ klang

seine säuselnde Stimme.

Das Rauschen verklang

eine blaue Frucht von dem Baum fiel

als Gruß mir von ihm

ins Gesicht.

 

 

 

Aus:

Der Himmel faengt am Boden an

Gedichte

Reihe: Lyrik

64 Seiten, Taschenbuch (Paperback)

EUR 6,00 · ISBN 978-3-8280-2641-4

Im Frieling-Verlag erschien von Walter Stübinger bereits der Erzählband „Das Staunen der Kinder. Geschichten von Eva und Jakob“.