Gedicht des Monats September

01.09.2011

Ein Gedicht aus dem Lyrikband von Hilde Mai „Tausend Augen wachen“

Es regnet

 

Es regnet und die Sonne scheint,

als ob der Himmel lacht und weint.

Kurz über mir ein Zwielicht war,

teils hell, teils dunkle Wolkenschar.

 

Und ähnlich schwanken die Gefühle.

In mir ein rätselhaft Gewühle.

Gedanken stürmen auf mich ein,

kühn und besonnen, wie heißkalt im Sein.

 

Ich ringe mit dem Gleichgewicht,

doch einen Ausgleich gibt es nicht.

Der Wettergott sein Zepter schwingt.

Im Inneren die Sehnsuchtsmelodie erklingt.

 

Hilde Mai:

Tausend Augen wachen

Gedichte

Reihe: Lyrik

152 Seiten, Taschenbuch (Paperback)

EUR 12,80 · ISBN 978-3-8280-2959-0