Großer Zuspruch junger Autoren beim Zeitzeugenpreis

08.12.2008

Das Thema „20 Jahre Mauerfall“ motivierte zur Teilnahme am Wettbewerb

Mehr als hundert Beiträge wurden beim Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg eingereicht. Bei der vierten Auflage des Schreibwettbewerbs fühlten sich offenbar viele jüngere Autoren vom Thema „20 Jahre Mauerfall“ inspiriert. Ihre Beiträge behandeln nicht nur authentische Erlebnisse, sondern setzen sich auch mit den Veränderungen kritisch auseinander. „Wir freuen uns, den Wettbewerb damit auch für andere Generationen geöffnet zu haben“, sagte der Verleger und Initiator, Dr. Johann-Friedrich Huffmann in Berlin.

Der jüngste Autor ist 28 Jahre alt, hat den Mauerfall also als kleines Kind erlebt, und ist im wiedervereinten Deutschland groß geworden. Andere Teilnehmer hatten vor zwanzig Jahren gerade ihre Schule beendet und mussten sich nicht nur beruflich sondern auch in einem veränderten Land orientieren. Einer der ältesten Autoren stand zum Mauerfall kurz vor der Rente und musste am Beginn seines neuen Lebensabschnitts viele unvorhersehbare Herausforderungen meistern. „Wohl bei kaum einem Zeitzeugenpreis der vergangenen Jahre wurden so unterschiedliche und vielseitige Geschichten eingereicht“, so Dr. Huffmann.

Die Auseinandersetzung mit dem Mauerfall hatte nicht nur Menschen aus Berlin und Brandenburg zur Teilnahme am Schreibwettbewerb motiviert. Sogar aus Österreich, Schweden und den USA wurden Beiträge eingereicht. Die Autoren hatten das historische Ereignis vor zwanzig Jahren hier miterlebt und betätigten sich nun als Zeitzeugen aus der Ferne.

Neben Berichten über Erlebnisse rund um die Tage des Mauerfalls im November 1989, bestimmen Erinnerungen an das Leben zu beiden Seiten der ehemaligen Grenze die Arbeiten. Es gibt auch Beiträge, die sich mit politischen Aspekten auseinandersetzen oder das Thema fast wissenschaftlich behandeln. Immer aber wird aus der Sichtweise persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen berichtet.

In den kommenden Wochen befasst sich die Jury des Zeitzeugenpreises Berlin-Brandenburg mit den Beiträgen. An der Spitze steht diesmal ein besonderer Freund der deutschen Einheit und Förderer Berlins: Edzard Reuter, Sohn des legendären Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter und Ehrenbürger der Stadt.

Mit dabei in der Jury sind wieder der Protokollchef beim Regierenden Bürgermeister von Berlin, Dr. Otto Lampe; Dr. Martina Weinland von der Stiftung Berliner Stadtmuseum, Dr. Helmut Trotnow vom AlliiertenMuseum, Thessi Aselmeier von der Zeitzeugenbörse Berlin, Dr. Martina Weyrauch von der Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg, der Journalist Ulli Zelle vom Rundfunk Berlin-Brandenburg und Kathrin Kowarsch vom Frieling-Verlag Berlin. Außerdem Dr. Andreas Ludwig vom Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR. Das Zentrum bereitet eine Ausstellung zum Thema „20 Jahre Mauerfall“ vor, in der einzelne Beiträge des Schreibwettbewerbs präsentiert werden sollen.

Bis Mitte Februar hat die Jury nun Zeit, sich mit den Beiträgen zu befassen. Ende März werden dann im Roten Rathaus die Gewinner vom vierten Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg geehrt.

Weitere Informationen im Internet unter www.zeitzeugenpreis.de.