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Bachelorarbeit schreiben – Schreibtipps

Die Bachelorarbeit ist für einen jeden Studierenden, die vorerst wichtigste Arbeit seines Lebens. Kein Wunder also, dass dies für viele eine sehr stressige und arbeitsintensive Zeit ist. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehen und so die Ruhe bewahren kannst, erfährst du hier.

In 10 Schritten zum Ziel!



Themenfindung bei einer Bachelorarbeit

Bei der Themenfindung stellst du dir am besten die Frage, was deine bisherigen Stärken im Studium waren, welche Themenbereiche oder Schwerpunkte dich tiefer interessieren und ob du in diesen Feldern vielleicht sogar schon Fragen hast, die sich in eine Forschungsfrage umwandeln lassen. Für manche wird sich das sehr schnell herauskristallisieren, andere brauchen mehr Zeit. Wenn du allerdings komplett überfordert sein solltest, dann helfen dir vielleicht ein paar dieser Tipps:

- Anstatt eine Liste der Dinge zu machen, die dich interessieren, kann es viel mehr bringen, Themenfelder oder Methoden auszuschließen, die dir nicht liegen.

- Eine Internetrecherche zu den Forschungstrends der letzten Jahre in deinem jeweiligen Fachbereich kann Ideenanstöße geben, Methoden mit Theorie verknüpfen oder auch nur die „Will ich nicht“-Liste weiter füllen.

- Mit den restlichen Themenbereichen, Methoden und Schwerpunkten kannst du nun eine Mindmap erstellen, sie etwa untereinander verbinden, aktuelle Ereignisse, Fragen und Probleme dazu notieren, Theorien thematisch unterbringen etc. So entsteht ein Überblick über das, was du in deinem Studienfach gelernt hast und womit du gerne weiterarbeiten möchtest.

- Einer oder mehrere solcher verknüpften Stränge bilden eine gute Basis. Du hast ein Forschungsfeld, mögliche Methoden, vielleicht sogar eine Richtung. Jetzt fehlt nur noch ein Aufhänger, das Detail, auf das du dich konzentrierst. Das sieht je nach Studiengang natürlich ganz unterschiedlich aus und ist schwer zu verallgemeinern.

Betreuer finden und Thema besprechen 

 Mit einem oder am besten mehreren Themenvorschlägen solltest du dich nun auf die Suche nach einem Betreuer begeben. Teils ist der durch den Kurs vorgeschrieben, in dem man seine Arbeit schreibt, teils ist die Auswahl freigestellt. Hierbei ist es zu empfehlen, thematisch so nah wie möglich am eigenen Thema zu bleiben – es ergibt daher wenig Sinn, eine Arbeit über PR bei einem Journalismusforscher oder die Literaturarbeit beim Linguistikprofessor zu schreiben. Im Endeffekt ist es aber vor allem empfehlenswert, auf dein Bauchgefühl zu hören. Eine Bachelorarbeit ist aufregend und stressig genug, ein Betreuer, der dir die Angst nimmt, ist daher ein großer Vorteil.

Nachdem du dich entschieden hast, solltest du per E-Mail einen Termin ausmachen, um das Einverständnis zur Betreuung und vielleicht schon zu einem groben Thema zu bekommen. Sofern der Betreuung nichts im Wege steht, folgt nun ein persönlicher Termin, um Feinheiten zu besprechen. Auch wenn du noch gar nicht so genau weißt, wo du mit deiner Arbeit hinwillst, wirst du hier mithilfe des Betreuers einen Weg finden und eine erste Forschungsfrage wird sich an diesem Punkt herauskristallisieren.

 

Recherche und Lesen

 Jetzt, wo das Thema steht, geht es an die Recherche. Die gestaltet sich generell wie bei jeder Recherche für eine wissenschaftliche Arbeit und auch hier hast du, wie wohl jeder Student, deinen eigenen Stil entwickelt. Die Universitätsbibliothekswebseite, Datenbanken, Google Scholar und der Betreuer helfen bei der Auswahl. Eine Regel gilt hier aber für alle: Je früher man anfängt, desto besser! Ein paar Erfahrungstipis:

- Schneeballsystem: Wenn du eine gute Quelle gefunden hast, weisen deren Quellen den Weg zu ähnlichen hilfreichen Artikeln und Büchern.
- Deine Quellen vorher grob in Kategorien bzw. nach voraussichtlicher Nützlichkeit zu sortieren, kann später viel Zeit sparen!
- Kleine Klebenotizen in Pfeilform markieren in Bibliotheksbüchern Zitate, die du sonst nach dem ersten Lesen vergessen würdest. Unterschiedliche Farben helfen dabei, die Zitate nach Kapiteln zu ordnen, nach Priorität zu sortieren oder thematisch auseinanderzuhalten.
- Wenn du vorab schon weißt, dass ein digitaler Artikel sehr wichtig für deine Arbeit sein wird, ist es empfehlenswert, ihn auszudrucken, um ihn markieren und annotieren zu können.

 

Forschungsfrage, These, Hypothesen 

An diesem Punkt muss deine erste Forschungsfrage präzisiert werden und es sollte sich eine These herausbilden. Je herausfordernder deine These ist, desto besser kannst du deine Argumentation entfalten und desto aussagekräftiger wird auch die Gesamtaussage deiner Arbeit sein. Ein guter Vergleich ist eine kontroverse Aussage in einer Diskussionsrunde: Je provokanter die Aussage, desto lebendiger die gesamte Diskussion.

Anmeldung der Bachelorarbeit

 An diesem Punkt kannst du die Arbeit eigentlich anmelden. Dafür brauchst du einen Titel und deine Forschungsfrage oder These. Hierbei solltest du beachten, dass es äußerst aufwendig ist, den Titel nachträglich zu ändern. Deshalb bietet es sich an, einen relativ generischen Titel zu wählen und später einen genaueren Untertitel hinzuzufügen.

Ob du deine Arbeit jetzt schon anmeldest, bleibt dir bzw. deiner Universität überlassen. Wenn du deine Bachelorarbeit in einem Kurs schreibst, kann es sein, dass die Anmeldung für dich in einem gewissen Zeitraum stattfinden muss. Oft ist es aber auch so, dass man sich das ganz frei aussuchen kann. Denke also gut darüber nach, wann genau du deine Arbeit anmelden möchtest – danach bleiben dir nur ein paar Wochen, um sie zu schreiben. Je mehr du zu diesem Zeitpunkt bereits getan hast, desto besser kannst du die verbleibende Zeit zum Schreiben nutzen.

 

Studien/Befragungen/Experimente

Sofern ein Teil deiner Prüfungsleistung eine Studie, eine Befragung oder etwa ein Experiment ist, würde dieses zu diesem Zeitpunkt anhand der Recherche konstruiert und durchgeführt werden. Führe dir stets vor Augen, dass eine Bachelorarbeit nicht allzu komplex ist. Je länger sich deine Recherche hinzieht, desto schwieriger wird es hinterher sein, deine Arbeit in der vorgeschriebenen Anzahl von Wörtern darzustellen.

Rohfassung deiner Bachelorarbeit

Der Schreibprozess ist bei jedem anders. Manche schreiben zuerst handschriftlich, manche arbeiten linear, andere lieber mit der Stückeltechnik. Der Schreibprozess, mit dem man sich selbst am wohlsten fühlt, ist die beste Entscheidung. Herumzuexperimentieren ist nicht empfehlenswert, wenn es um so viel geht. Als Faustregel gilt: Mut haben, etwas auf die Seite zu bringen! Je mehr du geschrieben hast, auch wenn es absolutes Kauderwelsch ist, desto mehr kannst du auch überarbeiten. Hilfreich ist es, dich an dein vorläufiges Inhaltsverzeichnis zu halten. Hast du das einmal aufgeschrieben, wird es dir leichter fallen, Gedanken, Argumente und Zitate in die entsprechenden Unterpunkte zu sortieren. Mit einem solchen Grundgerüst erleichterst du dir den Aufbau einer Argumentationsstruktur. 

Erste Reinschrift deiner Bachelorarbeit

Aus der Rohfassung gilt es jetzt eine Reinschrift zu machen. Am besten funktioniert das nach ein paar Tagen Pause – so hast du etwas Abstand gewonnen und kannst daher Fehler besser erkennen, weil du nicht länger „betriebsblind“ bist. So hast du eine neue Perspektive und kannst Fehler besser erkennen, weil du nicht länger im Fluss bist. Hier empfehlen sich zwei Durchgänge: ein inhaltlicher und ein sprachlicher (= grammatische und orthografische Überprüfung/Überarbeitung). An diesem Punkt bietet es sich auch an, Abschnitte zu markieren, die du gegebenenfalls kürzen könntest, an denen du noch feilen möchtest oder die noch ergänzt werden sollen.

Testleser für deine Bachelorarbeit

Dieser Schritt ist einer der wichtigsten. Die erste Reinschrift geht direkt nach der Fertigstellung an mindestens einen Testleser deines Vertrauens, gerne auch an mehrere mit unterschiedlichen Stärken. Du kannst Kommilitonen darum bitten, aber auch ein „Otto Normalverbraucher“ ist ein sehr guter Test, um zu prüfen, wie verständlich deine Arbeit „für die Allgemeinheit“ ist. Wie genau du das nun bewerkstelligen möchtest, hängt wiederum von deinen persönlichen Vorlieben ab. Ein Papierausdruck lässt sich gut lesen und annotieren; bei Microsoft Word können Leser Änderungen direkt im Dokument vornehmen und über den Nachverfolgungsmodus nachverfolgen lassen, Kommentare hinterlassen und beantworten; bei Google Docs kannst du als Autor sozusagen live dabei sein, während das Testpublikum liest und korrigiert. Wie gesagt, die Entscheidung, wie du hier vorgehen möchtest, ist eine Frage des Stils bzw. richtet sich danach, welche Funktion deine Testleser erfüllen sollen und wie sehr du ihnen vertraust.

Zweite Reinschrift deiner Bachelorarbeit

 Anhand der Korrekturen und Anmerkungen deiner Testleser kannst du nun eine zweite Reinschrift erstellen. Jetzt sind auch die Formatierung, die Zitierweise und das Quellenverzeichnis von Bedeutung. In der Regel hat jede Universität ihre eigenen formalen Richtlinien. Du findest sie üblicherweise auf der Webseite oder in der Studienordnung.

Voilà – du hat es geschafft, deine Bachelorarbeit ist fertig! Jetzt musst du sie nur noch einreichen und dich danach ein wenig in Geduld üben!