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Schreibtipps – Einen Coming-of-Age-Roman schreiben

Von Grenzüberwindung und Selbstfindung



Der Coming-of-Age-Roman

Jeder Mensch steht in seinem Leben irgendwann an einem Punkt, an dem er mit den großen Fragen konfrontiert wird – Fragen nach der eigenen Identität, nach dem Sinn unserer Gesellschaft und des Lebens allgemein. Meist liegt dieser Zeitpunkt in der Pubertät, einer Zeit des Erwachsenwerdens und der starken Emotionen, des Umbruchs und des Aufbruchs. Genau dieses Erlebnis des inneren Umtriebs und die damit verbundenen Probleme greift der Coming-of-Age Roman, auch Entwicklungsroman genannt, auf. Es sind Themen, die uns alle beschäftigen und auf die doch niemand eine feste Antwort gefunden hat. Genau deswegen bilden Coming-of-Age-Geschichten ein beliebtes Genre in der Literatur. Es sind Romane, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen begeistern. Sie kommen in den verschiedensten Formen und Farben, oft wird das Genre auch mit anderen gemischt. Doch wie gelingt dieser Balanceakt zwischen innerer und äußerer Handlung? Mit den von uns gesammelten Schreibtipps gelangen auch Sie zu einem inspirierenden Buch über eine innere Reise der Selbstfindung.


Der richtige Protagonist

Zunächst sollten Sie sich für einen Hauptcharakter entscheiden. Dieser bildet den wichtigsten Bestandteil der späteren Geschichte, da wir ihm durch dick und dünn folgen und so sein inneres Wachstum miterleben werden. Die Protagonisten der meisten Coming-of-Age-Romane sind natürlich ältere Kinder oder Jugendliche, allerdings sind Ihnen bei der Wahl des Alters eigentlich keine Grenzen gesetzt. Auch ein in die Jahre gekommener Mensch kann mit einem prägenden Ereignis konfrontiert sein, das ihn an seine Grenzen bringt und weswegen er sein Leben zu reflektieren beginnt. Damit der Leser sich mit Ihrer Hauptfigur identifizieren kann, ist es am wichtigsten, dass diese auch Ecken und Kanten besitzt wie ein echter Mensch. Gerade bei einem Coming-of-Age-Roman sollte der Hauptcharakter sich nicht perfekt eingliedern, er sollte sich stoßen, und eigene Vorstellungen haben, sodass die kritische Auseinandersetzung mit seiner Umgebung glaubhaft bedingt wird. Deshalb wird oft eine Außenseiterperspektive gewählt, die ein Gefühl des Nicht-Dazugehörens in sich einschließt, eine Perspektive, von der aus der Rest der Gesellschaft von außen betrachtet wird.


Das Hauptthema – Genreabgrenzung oder Genremischung?

Überlegen Sie sich, was für eine Art von Roman Sie schreiben möchten. Welche Probleme soll Ihr Hauptcharakter überwinden? Hierfür gibt es endlose Möglichkeiten. Beliebte Themen sind die erste Liebe, ein Coming-Out, eine schwierige Trennung, Familienprobleme wie etwa die Scheidung der Eltern oder Vernachlässigung, ein Todesfall oder psychische Krankheiten. Es sind auch Genremischungen möglich, wie etwa eine Horror- oder Kriminalgeschichte, in der meist eine Gruppe von Kindern gegen einen Bösewicht antreten und dabei lernen, mutig zu sein und zusammenzuhalten. Wenn Sie das möchten, seien Sie kreativ, denn es ist alles möglich. Selbst die Harry-Potter-Reihe lebt von gewissen Coming-of-Age-Elementen. Beim Schreiben hilft es ungemein, wenn Sie ein Thema wählen, mit welchem Sie selbst bereits in Kontakt gekommen sind, oder eine Situation, in welche Sie sich zumindest gut hineinversetzen können.


Die Handlung – Konflikte und Begegnungen

Beim Konzipieren der weiteren Handlung sollten Sie stets Ihren Hauptcharakter und sein Innenleben im Blick haben. Der Coming-of-Age-Roman lebt im Normalfall nicht von der äußeren, sondern von der inneren Handlung. Um den Plot dennoch nicht zu eintönig zu gestalten, sollten Sie sich Situationen überlegen, die Ihren Charakter auf etwas oder jemanden treffen lassen, der oder das ihn und den Leser zum Nachdenken bringt oder bestimmte Emotionen hervorruft. Es könnte auch ein großes Anfangsereignis geben, welches bei Ihrem Charakter ‚den Schalter umlegt‘ und ihn dazu bewegt, sein Leben anders zu betrachten oder sogar zu verändern, also in gewissem Sinne alle nachgehenden Handlungen bestimmt. Um Inspiration für diese Erlebnisse des Protagonisten zu bekommen, denken Sie an Ihre eigenen Erfahrungen, eventuell in Ihrer Pubertät, die sie sehr bewegt haben. Es können Momente sein, in welchen Sie etwas an der Welt und den Menschen irritierend oder schier unbegreiflich fanden, als Sie das Gefühl hatten, außen vor zu sein, oder aber ein gutes Gespräch, das Sie inspiriert hat und nach welchem Sie einen neuen Blick auf die Welt gewonnen haben. Alternativ können Sie auch aus anderen Romanen, die Ihnen selbst gefallen haben, grobe Ideen gewinnen. Achten Sie beim Lesen darauf, welche Schlüsselmomente Veränderungen im Protagonisten und seinem Weltbild hervorrufen.


Die richtige Sprache finden

Den richtigen Ton in Ihren Beschreibungen zu treffen ist eine weitere Grundbedingung für einen gelungenen Coming-of-Age-Roman. Haben Sie einen jungen Protagonisten gewählt, sollten Sie darauf achten, dass auch die Sprache bis zu einem gewissen Grade sein Alter widerspiegelt. Besonders wenn Sie in der Ich-Perspektive schreiben, sollten auch die Charaktereigenschaften, die Sie Ihrem Protagonisten gegeben haben, widerhallen. Ist der Charakter beispielsweise sehr naiv, sollte diese Naivität auch in der Sprache erkennbar sein. Ist er verträumt, ist auch seine Sprache träumerisch. Setzen Sie dem Leser Eindrücke und Gefühle nicht bloß in direkter Sprache vor, lassen Sie ihn durch Ihre Beschreibungen selbst eine Emotion entwickeln. Er sollte stets auf Augenhöhe mit dem Protagonisten sein, sodass es ihm vorkommt, als durchlebe er selbst die Handlung und ziehe die Schlussfolgerungen daraus aus sich selbst heraus. Machen Sie sich als Autor möglichst unsichtbar in Ihrem Text.


Trauen Sie sich an dieses spannende und inspirierende Genre. Wir freuen uns bereits darauf, Ihre Kreation zu lesen!

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