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Schreibtipps - Horrorgeschichten schreiben

Zwischen Horror und Grusel



Horrorgeschichten und Gruselgeschichten schreiben

Verrückte Clowns in der Kanalisation, seltsame Wesen im Kleiderschrank oder meterhohe Spinnen im verbotenen Wald … Horror und Grusel können auf die verschiedensten Arten erzeugt werden und sind dennoch schwierig zu konstruieren. Umso spannender ist es für geübte oder neue Autoren, sich dieser Herausforderung zu stellen. Wir möchten Sie mit einigen Schreibtipps ausrüsten, damit Ihnen der Weg zu Ihrer Horrorgeschichte leichter fällt.


Subjektive Empfindungen

Gruselgeschichten funktionieren subjektiv: Was den einen dazu veranlasst, die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und sich ganz klein zu machen, lässt den anderen vollkommen kalt. Deshalb sollte man sich zunächst bewusst machen, dass die eigene Geschichte nicht bei jedem die gewünschten Gefühle erzeugt. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Es gibt viele Grundängste, die von der großen Mehrheit aller Menschen geteilt werden. Angst vor Schmerzen, vor dem Tod, vor Freiheitsberaubung oder vor dem gewaltsamen Verlust eines geliebten Menschen gehören in der Regel dazu – sofern man die kleine Gruppe empathieloser Psychopathen nicht berücksichtigt.


Inspirationen für Horrorgeschichten

Wie in jedem anderen Genre ist es wichtig, sich zunächst von anderen Autoren oder Geschichten inspirieren zu lassen. Lesen Sie Horrorromane, gruselige Legenden oder klassische Geistergeschichten und versuchen Sie herauszufinden, wie das gruselige Gefühl jeweils erzeugt wird. Dabei gilt es, auf die Inszenierung der Geschichte, die Charaktere und die Handlung mit ihren Wendungen zu achten, um einen Eindruck davon zu bekommen, was eine solche Erzählung ausmacht.


Ideenfindung für eine Horrorgeschichte

Fragen Sie sich als erstes, was Ihnen selbst Angst macht. Sind es eher Gewaltakte, Verlustgedanken oder vielleicht bestimmte Tiere oder auch verkleidete Menschen, die Sie zum Erschauern bringen? Wie würden Sie reagieren, wenn Sie mit Ihren Ängsten konfrontiert werden? Davon ausgehend können Sie gut die weitere Geschichte aufbauen.

 

Gruselgefühle erzeugen

Horror- und Gruselgeschichten leben davon, dass der Leser sich gefühlsmäßig involviert fühlt: Er muss sich bedroht fühlen, schockiert sein oder vielleicht einen Anflug von Paranoia empfinden. Das funktioniert nicht, wenn die Geschichte zu absurd und unrealistisch ist. Beginnen Sie stattdessen vielleicht mit einer Alltagssituation und fügen Sie dann ein gruseliges oder bizarres Element hinzu. Oft sind es nur kleine Details, die eine Horrorstimmung aufkommen lassen und eine Horrorgeschichte originell machen.


Figurenentwicklung

Die Figurenentwicklung in einer Horrorgeschichte ist ebenso wichtig, wie das Setting. Die Figur muss mit einer Situation konfrontiert sein, die eine klare, aber extreme Anforderung an sie stellt. Dabei darf sie keine Möglichkeit haben, sich dieser Situation zu entziehen, sonst wird die Geschichte absurd und unglaubwürdig. Der Leser sollte verstehen, warum sich die Figur in der Horrorgeschichte der Situation weiterhin aussetzt, um mitfühlen zu können.


Geschichte ausbauen

Bauen sie unvorhergesehene Wendungen ein, ohne dass die Erzählung diffus und verwirrend wird. Überraschen Sie den Leser und manipulieren Sie ihn. Er sollte nicht schon am Anfang vorhersehen können, wie die Handlung sich entwickelt. Achten Sie auch darauf, Klischees zu vermeiden. Der Babysitter, der alleine zu Hause ist, und die Dame, die ahnungslos unter der Dusche plätschert, während vor dem Duschvorhang der Mörder mit dem Messer wartet, sind zu oft da gewesen, um Schauder zu bewirken.


Jetzt sind Sie an der Reihe: Spitzen Sie den Bleistift und zücken Sie das Notizheft. Wir freuen uns auf Ihre Grusel- und Horrorgeschichten!

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