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Tagebuch schreiben und veröffentlichen

Warum schreiben Menschen Tagebücher und wann es sinnvoll sein kann, ein Tagebuch zu veröffentlichen

"Ich entdecke immer und immer wieder, dass das Tagebuch eine Anstrengung gegen das Dahinschwinden ist, gegen das Verlieren, gegen das Sterben, gegen die Entwurzelungen, gegen Verfall und Unwirklichkeit. Ich habe das Gefühl, dass ich etwas rette, wenn ich es in das Tagebuch aufnehme. Dort ist es lebendig."Anaïs Nin


Vorteile des Tagebuchschreibens

Tagebuchschreiben hilft, Erinnerungen zu bewahren, so das Resümee der französischen Schriftstellerin und Tagebuchautorin Anaïs Nin. Zudem hat das Schreiben von Tagebüchern noch viele weitere Vorteile.
Lässt man erlebte Momente Revue passieren, kann das helfen, die eigenen Gedanken und Eindrücke zu sortieren. Ebenso treten eventuelle Muster im Verhalten klarer hervor und man behält wie von selbst den Überblick über das Leben. Menschen, die ein Tagebuch führen, gestalten ihr Leben aufgrund der regelmäßigen Reflexion oft sehr bewusst.

Tagebuchschreiben kann beruhigend und befreiend wirken, sodass Krisen und Stress leichter bewältigt werden können. Krankheit, Liebeskummer oder Sorgen erscheinen nicht mehr als eine so große Last, wenn man sich dem Tagebuch anvertraut. Probleme und Zweifel lösen sich oder erscheinen im Rückblick auf einmal viel kleiner und unbedeutender. Indem man sich den Kopf im wahrsten Sinne des Wortes frei schreibt, wird man nicht nur auf lange Sicht glücklicher, man lernt zudem auch, seine Gefühle auszudrücken und kreativ zu werden, und verbessert seine Ausdrucksfähigkeit.


Tagebuch führen

Doch wie lässt sich ein Tagebuch am besten beginnen?
Ein Tagebuch ist ein sehr persönliches Projekt, deshalb gibt es hier keine allgemeinen Regeln. Manche Menschen beginnen damit, sich am Computer täglich ein paar Notizen über die ver-gangenen Stunden zu machen, andere kritzeln einfach in einem herumliegenden alten Schulheft drauflos, und für wieder andere ist es der erste Schritt, sich ein schönes, neues Notizbuch zum Schreiben zu kaufen.

Wer das Unterfangen Tagebuch zunächst abschreckend findet, kann klein anfangen und jeden Abend in einem Satz ein wichtiges oder besonderes Erlebnis des Tags zusammenfassen. Sie werden sehen, wie das Schreiben zu einem festen Bestandteil Ihres Alltags wird und Sie irgendwann von selbst immer mehr festhalten möchten.
Beim Tagebuchschreiben haben Sie jegliche Freiheit, sich auszuprobieren. Experimentieren Sie mit der Gestaltung, indem Sie beispielsweise einen Füller verwenden, wenn Sie für gewöhnlich mit Kugelschreiber schreiben, oder probieren Sie, ob es Ihnen liegt, auch Träume und Pläne für die Zukunft zu verschriftlichen. Es gibt für Tagebücher keine festgelegte Form – erlaubt ist, was dem Autor gefällt und was ihn beschäftigt.

Haben Sie keine Angst, Ihrem Tagebuch Ihre Gefühle anzuvertrauen! Sowohl positive als auch negative Emotionen gehören zum Leben dazu und machen einen großen Teil Ihrer Persönlichkeit aus. Um Gefühle unmittelbarer auszudrücken, hilft es, in der Ich-Perspektive zu schreiben und offen und direkt zu sein, was die verwendete Sprache angeht. Vielleicht stellen Sie sich vor, Sie würden einem guten Freund von Ihren Erlebnissen erzählen.
Wichtig ist es, bei aller inhaltlichen und gestalterischen Zwanglosigkeit und Vielfalt eine gewisse Regelmäßigkeit zu bewahren. Ein Tagebuch lebt davon, dass es kontinuierlich über einen möglichst langen Zeitraum geführt wird. Seien Sie aber auch hier nicht zu streng mit sich selbst. Solange Sie das Schreiben immer wieder aufnehmen, sind auch Lücken nicht weiter schlimm. Denken Sie daran, die einzelnen Beiträge mit Datumsangaben zu versehen. Diese erleichtern später den Überblick, und Sie können besser einordnen, wann Sie was erlebt haben.


Tagebücher veröffentlichen

Tagebücher sind Schätze aus der Vergangenheit. Sie erlauben es, in frühere Zeiten einzutauchen und sich mit dem Geschilderten zu identifizieren. Als zeitgeschichtliches Zeugnis besitzen sie eine hohe historische Wichtigkeit. 

Das prominenteste Beispiel hierfür ist wohl das Mädchen Anne Frank, das sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie vor der antisemitischen Verfolgung der Nazis verstecken musste und das ihre Erfahrungen in einem berührenden Tagebuch festhielt, bis das Versteck aufflog und die Familie deportiert wurde. Anne Franks Tagebuch wurde nach ihrem Tod von ihrem Vater veröffentlicht, dem einzigen Überlebenden der Familie.

Durch ihre persönliche Note schaffen Tagebücher eine besondere Verbindung zwischen Leser und Erzähler, sodass nicht nur jedes Tagebuch, sondern auch jedes Leseerlebnis individuell ist.
Nicht nur die Tagebücher berühmter Persönlichkeiten können vergangene Momente und Stimmungen wiedererwecken, gerade die geschriebenen Berichte des eigenen Vaters oder einer guten Freundin können facettenreich und spannend sein und enthalten vielleicht sogar mehr Informationen über das alltägliche Leben zu einer bestimmten Zeit als die Tagebücher von Politikern oder Schauspielern.
Es ist kein Zufall, dass sich auch fiktive Tagebücher immer größerer Beliebtheit erfreuen. Wer sein Wissen oder seine Erlebnisse anschaulich und persönlich vermitteln möchte, wählt oftmals die Form eines fiktiven Tagebuchs. Erfolgsgeschichten wie Gregs Tagebuch von Jeff Kinney, die amüsante Geschichte eines jugendlichen Antihelden, zeigen, wie groß das öffentliche Interesse an fantasievollen und authentischen Tagebüchern ist, seien sie nun echt oder fiktiv.
Trauen Sie sich, Ihrem verborgenen geistigen Kind den Weg an die Öffentlichkeit zu ebnen und geben Sie den Abenteuern Ihres Lebens die Chance auf ein interessiertes Publikum. Wir freuen uns bereits darauf, Ihr Tagebuch zu lesen.

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