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BULGARIEN – Sitten, Gebräuche und Landestypisches

   


   

Geburt in Bulgarien

In Bulgarien wird ein Stück der Nabelschnur dorthin geworfen, wohin das Leben des Kindes später einmal führen soll. 

Das neugeborene Kind erhält in der Regel den Namen des Vaters, wobei bei einem Jungen die Endung „-ow“ oder „-ew“ und bei Mädchen die Endung „-owa“ oder „-ewa“ angefügt wird. 


Hochzeit in Bulgarien

In Bulgarien ist eine Hochzeit ein kulinarisches Event. Speisen und Getränke werden nicht nur zum Genuss, sondern auch der Tradition wegen zu sich genommen.

Nach der Trauung werfen die Trauzeugen Glücksbringer von hinten über das Brautpaar. Diese beinhalten eine Münze, etwas Korn und einen in Tüll eingehüllten Bonbon und stehen dafür, dass das Leben reich und wohl und süß ist.

Auf der Hochzeitsfeier wird häufig ein weißes Leinentuch ausgebreitet und mit Rosen- und Zdravetsblüten bestreut. Über dieses betritt das Paar den Saal. Damit werden ein wolkenloser Weg und das Streben zueinander symbolisiert. Auf diesem Tuch treten außerdem die Mütter des Paares auf sie zu. Sie tragen das Ritualbrot, das traditionell von der Bräutigamsmutter gebacken wurde. Die Brautleute stellen sich mit dem Rücken aneinander und nehmen über ihren Köpfen das Ritualbrot in die Hände. Auf ein Zeichen des Trauzeugen hin, zerreißen sie das Brot blind über ihren Köpfen. Wer das größere Stück präsentieren kann, wird in der Ehe das Sagen haben. Die Anzahl der auf dem Boden gelandeten Krümel soll die Zahl der zukünftigen Kinder angeben.

Gegen Mitternacht schneidet dann das Brautpaar gemeinsam die gigantische und zuckersüße Torte an. Die Tradition besagt, dass nach dem Verzehr der Torte nicht nur die frisch gebackene Braut mit einem dicken Bauch aus der Hochzeitsnacht aufwacht. 


Tod / Beerdigungsriten / Trauer in Bulgarien

In Bulgarien finden Beerdigungen meist bereits 48 Stunden nach Eintritt des Todes statt. Um alle über den Tod eines jeweiligen zu informieren, werden spezielle Anzeigen gefertigt und diese an verschiedenen Orten, an denen man die Angehörigen, Freunde und Bekannte gut erreicht, angebracht, beispielsweise am Arbeitsplatz, am Marktplatz oder in der Lieblingskneipe. Diese Anzeigen dienen nicht nur für die eigentliche Beerdigung sondern sollen auch noch nach 40 Tagen, 2,3,4 usw. Jahren an das Gedenken des Toten erinnern. Zu diesen Anlässen finden dann auch erneut Trauerfeiern statt, teils auf dem Friedhof, in der Kirche oder Zuhause. 

Der Verstorbene wird mit einem Leichenwagen abgeholt. Dann findet relativ zeitnah, in manchen Fällen schon am nächsten Tag, die Erdbestattung statt. Mindestens einmal im Jahr begeben sich Verwandte, Bekannte und Freunde zum Grab des Verstorbenen. Man isst dann an kleinen Tischen, die auf den Gräbern stehen, im Gedenken an den dort beerdigten Verstorbenen. 


Feste und Feiertage in Bulgarien

Zwischen Neujahr und der Fastenzeit findet in Bulgarien das Kukeri-Ritual statt. Dieses Ritual hat eine lange Tradition und dauert mehrere Tage. Es erinnert an den uns bekannten Karneval. Die Männer verkleiden sich als sogenannte „Kuker“ und tragen dabei Fell- oder Wollkleidung und oft eine furchterregende Maske. Die Kostüme sind außerdem mit Glöckchen verziert, sodass in den Kukeri-Tagen immer viel Gebimmel zu hören ist. Dieses Ritual soll zu einer guten Ernte, Gesundheit und Zufriedenheit beitragen. Mithilfe der erschreckenden Kostüme und des Lärms sollen böse Geister vertrieben werden. 

Traditionell wird am 1. März „Baba Marta“ gefeiert, das Fest, das den Frühlingsanfang symbolisiert. Es ist Tradition, dass sich die Bulgaren an diesem Tag geflochtene Schmuckstücke aus roten und weißen Fäden schenken. Dieses Schmuckstück wird „Marteniza“ genannt und soll den Träger vor Unheil bewahren. Die Martenizi werden so lange getragen, bis ein erstes Zeichen des Frühlings sichtbar ist, wie z.B. ein blühender Obstbaum oder ein Storch. Manche binden die Martenizi dann an einen blühenden Ast mit Wunsch nach Gesundheit, Fruchtbarkeit und Erfolg. Andere werfen sie in den Fluss, damit das Böse weggeschwemmt wird und nur das Gute bei Ihnen verbleibt. 


Landestypisches / Besonderheiten aus Bulgarien

  • In Bulgarien wird Ja mit Kopfschütteln und nein mit Kopfnicken ausgedrückt. Wenn Bulgaren beim Nicken (Nein-Sagen) ein „Tsk“ zischen, bedeutet das: Keine Widerrede! Um auf Nummer sicher zu gehen und um Verwechslungen zu vermeiden, sollten sich Touristen zwei wichtige Wörter einprägen: „Da“ (Ja) und „Ne“ (Nein).