Frieling-Verlag Berlin

Verlag sucht Autoren

Wie schreibe ich ein Exposé?



Will man sich als Autorin oder als Autor den großen Traum erfüllen und sein eigenes Werk veröffentlichen, ist die Einreichung eines Exposés der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung. Dieses ist bei der allerersten Vorstellung und Anpreisung des geplanten Buchprojektes essenziell, da die Figuren vorgestellt werden und die Handlung wiedergegeben sowie das Genre grob eingeordnet wird. 

Für den auserwählten Verlag ist das Exposé außerdem hilfreich, um herauszufinden, ob ein Manuskript für das Verlagsprogramm überhaupt geeignet ist und an welche Zielgruppe sich das Buch später richten wird. Diese vier Bestandteile spielen rund um das Exposé eine wichtige Rolle und sollten daher auf der Checkliste nicht fehlen: 

Ein Anschreiben
Das Exposé
Eine Leseprobe
Eine Autorenbiografie


Ein Anschreiben zum Exposé 

Es ist das Erste, das die Menschen im Verlag zu Gesicht bekommen. Damit der Brief überhaupt soweit kommt, sollten die richtige Adresse und der richtige Ansprechpartner, eventuell auch eine spezielle Abteilung auf dem Briefkopf zu finden sein. Außerdem dürfen natürlich die Kontaktdaten des Autors oder der Autorin nicht fehlen, da sie für die weitere Bearbeitung des Manuskripts dringend nötig sind. Die Angaben des Autors sollten zudem in der Fußzeile des Manuskripts enthalten sein. Nun fehlt nur noch eine aussagekräftige Betreffzeile und schon geht es ans Eingemachte. 

Zu den wichtigsten Informationen rund um das Manuskript zählen u. a. Titel, Umfang und Inhalt des Manuskripts, Genre, Zielgruppe, kurze Benennung der Hauptfiguren und ggf. das Pseudonym des Autors. 

Der Umfang wird üblicherweise in Zeichen angegeben, wobei die Leerzeichen mitgezählt werden. Anders kann es bei einem Gedichtband sein, da hier häufig jedes Gedicht seine eigene Seite beansprucht. Illustrationen, Bilder und Zeichnungen sind Gestaltungselemente, die in einem Roman eher selten vorkommen, jedoch in jedem Fall erwähnt werden sollten. All dies ist für die Erstellung der Druckdaten relevant, mit der der Autor oder die Autorin keine weiteren Berührungspunkte haben wird. Lediglich die Druckfahne wird ihm/ihr meist zur Kontrolle vorgelegt. 

Die Einordnung in ein konkretes Genre (Kriminalroman, Liebesroman, Fantasyroman etc.) sollte bei alldem keinesfalls unterschätzt werden. Hier gilt, je genauer die Angabe, desto besser. Im Idealfall schreibt man nicht einfach „Krimi“, sondern spezifiziert in Detektivgeschichte, Thriller oder Regionalkrimi. Auch beim Festlegen der Zielgruppe ist es sinnvoll, so präzise wie möglich zu sein. Sie kann z. B. auf eine konkrete Bildungsschicht, Berufs- oder Altersgruppe eingegrenzt werden. Dem Verlag fällt das Einordnen in eine Buchreihe dadurch bestenfalls leichter, sodass schon mal ein weiteres Argument für die Veröffentlichung spricht. 

Manche Autoren möchten ihr Buch unter einem ausgewählten Pseudonym veröffentlichen, damit ihre Anonymität gewahrt bleibt. Darauf sollte unbedingt gleich von Beginn an hingewiesen werden. Wenn zu den Merkmalen alle Angaben gemacht werden konnten, geht es weiter zum nächsten Schritt. 


Das Exposé

Im Exposé selbst sollte der Inhalt des Buches zunächst einleitend kurz und knackig in maximal drei Sätzen zusammengefasst werden. Dem schließt sich die detailliertere Inhaltsangabe des Buches an, die ungefähr den Umfang von 250 Wörtern haben sollte. Dabei ist es ratsam, sich auf den Hauptaspekt des Manuskriptes zu konzentrieren und nicht in Beschreibungen von eventuellen Nebenhandlungen abzuschweifen. Wichtig sind nur die zentralen Ereignisse und eventuelle Wendungen, die emotionale Höhe- oder Tiefpunkte mit sich bringen. 


Gibt es Konflikte zwischen den Figuren? Dann sollte man diese benennen und deren Ausgang unbedingt aufklären, da dies für das Verständnis der Handlung vielleicht entscheidend ist. Selbst einem geübten Schriftsteller können Logikfehler unterlaufen. Führt man sich den Verlauf der Handlung des Manuskriptes noch einmal vor Augen, bietet das die Möglichkeit, eventuell vergessene Charaktere oder unabsichtlich unaufgelöste Probleme und Konflikte aufzudecken und vielleicht noch etwas zu überarbeiten. 

Die Hauptfiguren sind die Träger jeder Handlung, ihre Charakterisierung ist daher ein wichtiger Bestandteil des Exposés, damit das Lektorat sich ein umfassendes Bild von den Figuren machen und ihre Glaubwürdigkeit einschätzen kann. 

Auch formal sollte das Exposé einigen Vorgaben entsprechen:
– Die Normseite hat 1800 Zeichen auf 30 Zeilen 
– Schriftgröße: 12 pt 
– Schriftart: Arial oder Times New Roman 
– Auf verschnörkelte und auffällige Schriftarten sollte dagegen verzichtet werden 
– Zeitform: Präsens
– Der Umfang beträgt in der Regel nur 2-Seiten, dennoch ist eine Strukturierung mit Leerzeilen und Absätzen ratsam


Eine Leseprobe als Beilage zum Exposé

Mithilfe der Leseprobe kann der Verlag einen ersten Eindruck vom Manuskript und dem Schreibstil des Autors gewinnen. Dies ist ebenfalls relevant, um den Aufwand des Lektorats und auch des Korrektorats einschätzen zu können. Der Umfang der Leseprobe ist vom jeweiligen Verlag abhängig und sollte vorher in Kenntnis gebracht werden. Für gewöhnlich sind es 10 bis 20 Seiten des Manuskripts, die als Leseprobe eingereicht werden. Hierbei wird üblicherweise der Anfang des Buchs verwendet. In jedem Fall sollte man sich vorab beim Verlag über die Anforderungen informieren.


Eine kurze Autorenbiografie

Die Autorenbiografie soll den Lebenslauf eines Autors kurz und knapp wiedergeben und wird auch Kurzbiografie oder Kurzvita genannt. Im Gegensatz zu einem Lebenslauf in einer Bewerbung, der tabellarisch verfasst wird, ist die Autorenbiografie in Form eines Fließtexts strukturiert. Die Vita sollte in der dritten Person verfasst werden und eventuell über die berufliche Situation des Autors informieren. Verwendet der Autor jedoch ein Pseudonym, kann natürlich eine fiktive Biografie verfasst werden. Mitgliedschaften in Schreibclubs sowie Auszeichnungen, die mit dem bisherigen literarischen Schaffen in Zusammenhang stehen, machen einen positiven Eindruck und sollten deshalb unbedingt erwähnt werden. Oft findet sich ein Teil der Kurzbiografie auf der Rückseite des fertigen Buches, zu dem das hinreißende Exposé hoffentlich führen wird. Ein ansprechendes und professionelles Foto des Autors ist ein wichtiger Bestandteil der Autorenbiografie. Der Umfang beträgt fünf bis zehn Sätze. Hierbei sollten ebenfalls die jeweiligen Vorgaben des Verlags berücksichtigt werden.


Fazit zum Exposé

Ein Exposé ist der Türöffner zum eigenen Buch auf dem Markt. Es ist die Visitenkarte des Manuskripts, weshalb man hier nicht an Zeit und Mühe sparen sollte. Zudem sollte man das Exposé von einer anderen Person lesen lassen, um in Erfahrung zu bringen, ob es den gewünschten Effekt erzielt und Interesse weckt. Dabei sollte man darauf achten, dass die Person keine Scheu davor hat, Kritik zu äußern. 

Wer seine Chancen erhöhen möchte, kann sein Exposé mehreren Verlagen zukommen lassen. Dabei ist es wichtig, das persönliche Anschreiben dem jeweiligen Verlag anzupassen. Autoren können sich zudem bei Literaturagenturen bewerben, die den Kontakt zu geeigneten Verlagen herstellen können. 

Ein letzter Hinweis: Das Manuskript sollte nur beigefügt werden, wenn es vonseiten des Verlags ausdrücklich erwünscht ist.